SCHEMES




Notebooks und Laptops haben die Eigenart häufig mobil eingesetzt zu werden und müssen sich daher in der Praxis des öfteren z. B. in verschiedene Netzwerkumgebungen einbinden. Dies könnte so aussehen, dass ein Laptop zu Hause mit einer festen IP-Adresse versehen wird und auf der Arbeit per DHCP automatisch mit den grundlegenden Netzwerkeinstellungen versehen wird. Natürlich möchte man dazu nicht jedesmal mit dem Konfigurationstool der Distribution die Netzwerkeinstllungen ändern müssen. Mit der Hilfe der so genannten "Schemes" ist das auch nicht mehr nötig. Man legt sich ganz einfach ein vorgefertigtes angepasstes Schema z. B. unter der Bezeichnung "home" für zu Hause und etwa "work" für die Arbeit zu. Bei einer SuSE-Distribution bewerkstelligt man dies am einfachsten, indem man die notwendigen Einstellungen wie gewohnt per YaST erledigt und in der Konfigurationsdatei für PCMCIA-Netzwerkkarten network.opts die Angaben soeben erstellten Standard-Schemas "SuSE" unter der neuen Bezeichnung für das Schema mit einem beliebigen Editor für das gewünschte Schema kopiert wie in folgenden Beispiel:

/etc/pcmcia/network.opts

Die möglichen Auwahlkriterien der Case-Anweisung in der Datei network.opts sind der Reihe nach Scheme, Socket-Nummer, Geräte-Instanz und HW-Adresse. Hat man wie in obigem Beispiel mehrere Netzwerkkarten kann man praktischerweise innerhalb eines Schemas eine Auswahl anhand der Sockel-Nummer oder der HW-Adresse treffen um festzulegen, für welche Karte das Schema Gültigkeit haben soll. Bei insgesamt nur einer vorhandenen Netzwerkkarte ist eine solche weitere Unterscheidung natürlich nicht notwendig.

Ich habe per YaST zwei PCMCIA-Netzwerkkarten als eth0 und eth1 eingerichtet. Obwohl das problemlos möglich ist, kommt SuSE dennoch nicht mit verschiedenen Netzwerkonfigurationen für 2 gleichzeitig eingesteckte Netzwerkkarten klar. Zur Unterscheidung der Karten habe ich in den Schemes daher die ersten 3 herstellerspezifischen Bytes der HW-Adresse herangezogen. Diese Ethernetadresse lässt sich einfach per "ifconfig" ermitteln. Während die Schemes "home" und "work" sich auf die erste Karte eth0 beziehen, sind die weiteren Schemes gültig für meine Funklan-Karte, welche als eth1 eingerichtet ist. Den einzigen Einsatzzweck, den ich gefunden habe, doch noch 2 Netzwerkkarten auf dem Laptop zu nutzen, ist im Falle des Einsatzes als T-DSL-Gateway. Das ist nur deswegen möglich, weil hierbei für die Karte eth0 keine Netzwerkkonfiguration mit Festlegung einer IP-Adresse usw. nötig ist, da die Karte ohnehin nur für das Device ppp0 bei T-DSL genutzt wird. Es reicht daher die Karte einfach hochzufahren mit "ifconfig eth0 up". Dies wird auch gleich durch einen passenden Eintrag in der network.opts erledigt.



Dass man in diesem Fall eine weitere Konfigurationsdatei des PCMCIA-Systems anpassen muss, braucht nicht weiter zu beunruhigen. Die hier beschriebenen Änderungen in der Datei wireless.opts für den Betrieb im "Ad-Hoc Modus" oder im "Managed Modus" im Zusammenspiel mit einem Access Point sind nur nötig, weil bei mir als 2te Netzwerkkarte (eth1) eine Funklankarte des Typs Orinoco eingesetzt ist.

/etc/pcmcia/wireless.opts



Welches Schema nun angewandt werden soll kann man gleich beim Hochfahren am Bootprompt angeben. Will man das nicht jedesmal händisch erledigen sorgt man durch einen entsprechenden Eintrag in der lilo.conf mit einer passenden Append-Zeile dafür, dass das gewünschte Schema aus einem Auswahlmenü angewählt werden kann. Bei SuSE ist dies zunächst einmal standardmäßig das Schema "SuSE". Hat man zwischenzeitlich ein anderes Schema ausgewählt wird beim nächsten Mal automatisch das Schema gestartet, welches beim Herunterfahren des Rechners zuletzt aktiviert war.

/etc/lilo.conf

Nach der Anpassung der lilo.conf muss natürlich der lilo zunächst aufgerufen werden, damit die Änderungen auch wirksam werden. Selbstverständlich kann man auch zwischendurch jederzeit das Schema wechseln, indem man beispielsweise aufruft: Bei mir war es zusätzlich nötig die Karten hierbei zu entfernen und wieder einzustecken.




Als kleinen Ausblick gibt es neben den Möglichkeiten des PCMCIA-Paketes auch noch ein Paket mit erweiterten Möglichkeiten. Während sich mit dem PCMCIA-Paket nur Schemes für PCMCIA-Karten festlegen lassen, ist dies beim Paket [scheme] aus der Serie [ap] auch für weitere Gerätschaften möglich. So lassen sich unterschiedliche Schemata auch für verschiedene Netzwerk- und Hardwarekonfigurationen z. B. von Laptops an Dockingstations einrichten.




[ zur LINUX-Übersicht | zur HOMEPAGE ]
Stand: 02.12.01





                                          - alles ohne Gewähr -                                          


Linux-Support light